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Begeisterung

(20.9.2019)

Da sage mal einer, unsere Kinder sind für nichts zu begeistern! Gerade noch scrollten sie gelangweilt auf dem Smartphone und bewachten das Sofa, schon winken sie mit einem Transparent und werfen uns auf einer Demonstration vor, wir würden ihnen ihre Zukunft ruinieren. Die Politik habe bei der Klimadebatte versagt und wir jahrelang "geschlafen". Wir würden nichts tun! 

Nichts? Hatten nicht unsere Vorfahren in Bosten gegen die künstlich stimulierten langen Transportwegen demonstriert und den Tee der East India Company ins Meer geworfen! Und in der DDR hat man die W 50 und W 60 bewusst nur spärlich produziert, um dem Güterverkehr auf der Schiene den Vorrang zu geben.

Um sich mit den zahlreichen Vorwürfen zu befassen, muss man die Diskussion versachlichen! Natürlich ist die Klimaerwärmung eines der bedeutendsten Themen unserer Zeit und der nachteilige Beitrag des Menschen eine peinliche Niederlage. Jedoch muss man sich die Frage stellen, wann wir der Klimaerwärmung hätten entgegenwirken können.

Der negative Einfluss des Menschen entsteht durch die Emission von Treibhausgasen (Kohlendioxid, Methan, Distickstoffoxid). Letzteres wird übrigens bei der Lachgassedierung als Alternative zur Vollnarkose verwendet, entsteht aber wesentlich neben Methan in der Landwirtschaft. Kohlendioxid entsteht hauptsächlich durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe. Diese ist der größte Störfaktor im Kohlendioxidkreislauf. Das Problem ist zweifelsohne unser Energiebedarf. Dieser stieg mit der Industrieellen Revolution langsam an und spätestens Mitte des 20. Jahrhunderts geriet der Kohlendioxidkreislauf aus dem Gleichgewicht.

Während dieser epochalen, gesellschaftlichen Entwicklung interessierte man sich jedoch für die Klimaerwärmung wie der Neandertaler für die Statik seiner Höhle. Hier standen wirtschaftliche und soziale Faktoren im Vordergrund. Im Zeitalter des Kalten Krieges wäre es wohl kaum möglich gewesen, eine europa- oder gar weltweite Nutzung erneuerbarer Energien zu realisieren. Nach der Deutschen Wiedervereinigung mussten Ostdeutsche und Osteuropäer integriert und 40 Jahre Trennung verarbeitet werden.

Während der Jahrtausendwende wäre zugegeben ein Zeitpunkt vorhanden gewesen, eine Energiewende nachhaltig anzugehen. Zumindest national wurden durch die veränderte Landwirtschaft die Methanemission und durch die neu organisierte Abfallwirtschaft (Recycling) die Kohlendioxidemission verringert. 

Jetzt kam 2011 die Nuklearkatstrophe in Fukushima dazu. Hatte man bis dahin fast geglaubt, das Perpetuum Mobile erfunden zu haben, wurde man hier in den Grundlagen erschüttert. Allein die Atommüllentsorgung war ein Problem. Beim Ausgleich der Atomenergiegewinnung kam erst einmal nur die Braunkohle in Frage. 

Es ist einfach, der Politik Versagen vorzuwerfen! Bei der Umsetzung der Energiewende machen wir es ihr aber auch nicht einfach. Niemand will die Windräder vor der Haustür haben und der Energiebedarf wird immer größer. Verzichten sollen immer nur die Anderen.

Letztendlich wird der Kohlendioxidkreislauf durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe und die Brandrodung von Wäldern gestört. 

  • Kohlendioxidemission: Die Umstellung auf Elektromotoren und Elektroheizung ist nur dann hilfreich, wenn die Stromgewinnung auch eine günstige Kohlendioxidbilanz vorweist. Die verpflichtende Einführung von Elektroautos ist Aktionismus.
  • Kohlendioxidassimilation: Brandrodung ist in Deutschland kein Thema, aber die Aufforstung von Wald und die Städtebauplanung sind durchaus eine Herausforderung. Jeder Quadratzentimeter wird in Städten betoniert und Grünflächen spielen kaum eine Rolle.

Der Anteil des Menschen am Klimawandel lässt sich nur global korrigieren. Gerade die Europäische Union, aber auch die UNO bieten hier Möglichkeiten. Brauchen wir unsere Jugend als Kooperationspartner? Woher kommt jetzt diese Euphorie? Warum demonstrieren unsere Kinder nicht gegen Unterrichtsausfall?

Unseren Kindern geht es zu gut! Vom Kindergarten bis zum Studium wird alles organisiert und angeboten. Die Eltern bezahlen es meistens. 

Achtung! Jetzt erzählt Großvater vom Krieg. Als Kind habe ich das Essen für die Gruppe mit dem Handwagen aus der Schule in den Kindergarten geholt. Heute diskutieren wir über den Anbieter (Qualität, Preis). Entbehrungen waren früher häufig, heute sind sie eher selten. 

Wir erleben jetzt die Emanzipation der Kinder. Sie wollen mitreden, besser wissen, auf den Tisch hauen und Gehör finden! Peinlich finde ich jetzt, dass sich die Politik jagen lässt wie ein Taschendieb.

Lasst die Jugend machen! Gebt ihnen Aufgaben und nehmt sie ihnen nicht ab! Lasst Greta nicht kohlendioxidarm mitfahren, sondern überlegen, wie sie nach New York kommt. Und den mehrwöchigen Aufenthalt darf Papa dann auch nicht bezahlen. Eigenverantwortliches Arbeiten ist sehr lehrreich. 

Der Klimawandel ist die Herausforderung des nächsten Jahrhunderts. Er betrifft alle Menschen dieser Erde. Wir werden ihn ohne unsere Kinder nicht bewältigen. Sie ihn ohne uns Erwachsene aber auch nicht.


P.S. Für eine sachliche Debatte möchte ich an dieser Stelle www.klimafakten.de empfehlen.


Update (23.9.2019):

In diesem Artikel von Focus online wird sehr gut beschrieben, was wir falsch machen! Bevormundung schadet der Entwicklung! Nur eignet sich unsere Umwelt bzw. unsere Erde schlecht als Testobjekt. Man bräuchte wie in Minecraft mehrere Welten, wahlweise noch mit "creativ" oder "überleben". Kann man da nicht etwas programmieren?

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Während die Generation X einst auf Konsum verzichtete, setzt die Generation Y oder Why andere Prioritäten. Sie verzichten auf Karriere und Prestige. Ihnen ist die Work-Life-Balance wichtig! Work-..., was? Deswegen gibt es also die Wasserwagen-App auf Smartphones oder habe ich da was falsch verstanden? Nein, unsere Jugend legt Wert auf Familie, Sinnsuche und der Spaß soll nicht erst nach der Arbeit beginnen. Nachdem die neue Generation mit 30 Jahren erwacht (buddha) ist, ihre Rolle in der Gesellschaft gefunden hat und eine Familie gründet, wollen sie Spaß (auch noch bei der Arbeit). “Spaß” wollte 1983 auch Markus (Neue Deutsche Welle). Der Unterschied ist, dass die neue Generation für diese Idee auch noch gelobt werden will. Der hohe Stellenwert der Familie und die kritische Grundeinstellung (“Why”) sind ja nicht zu beanstanden. Kritisch waren auch die “68-er”. Schwierig ist der Blickwinkel. Unsere Jugend fragt nicht, was sie leisten kann, sondern was sie bekommt. Das Bittere für uns Ältere ist, dass wir selbst daran Schuld sind. Wir mussten ja unbedingt mit unserem Saatgut geizen wie die Schotten mit dem Pfund. Jetzt holt uns der demographische Faktor ein. Das Bisschen, was auf dem Arbeitsmarkt nach Belustigung sucht, will umworben werden.

Das Suchen nimmt kein Ende! Früher in der DDR suchten wir nach dem Produkt, heute suchen wir nach dem besten Preis. Unsere Kinder suchen nach dem Sinn.

Der Fachkräftemangel erfordert von uns neue Flexibilität. Die Stellenausschreibungen müssen neu erfunden werden. Gesucht wird das Universalkomposit (Front- und Seitenzahnbereich) für alle Indikationen mit schmelzgleicher Brillanz, besten physikalische Eigenschaften und höchsten Haftwerten bei lebenslanger Farb- und Formstabilität. Ach so, kosten darf es natürlich nichts. Eigentlich ist das unmöglich. Aber wir Zahnärzte stehen nicht zum ersten Mal vor der Herausforderung, das Unmögliche zu realisieren.

Wenn wir in Zukunft nicht die Pflegekosten unserer Eltern, den Unterhalt unserer Kinder und unsere Rente finanzieren wollen, sollte uns schnell etwas einfallen! Dreimal ruhig durchatmen und überlegen. Ich glaube, diesmal gerät die genialste Zunft unserer Erde an die Grenze. Wir können die zahnfarbene, selbstadhäsive, selbstpolierende, kariesprotektive Amalgamfüllung nicht erfinden.

Es bleibt nur die Vermischung der Nationen. Syrische Kinder hätten eine Menge Spaß, täglich die Schule zu besuchen. Afrikanische Jugendliche wären froh, täglich arbeiten zu können. Sie fragen sich: Warum dürfen wir es nicht!

Kinder gibt es in vielen Ländern genug. Von einer ausgeglichenen Work-Life-Balance sind diese jedoch meistens weit entfernt.

Wir brauchen nicht Buddhas Eckzahn. Regen gibt es bei uns genug. Wir brauchen Kinder, die nicht auf die Wiedergeburt warten, sondern eine Gesellschaft aktiv gestalten.

Spaß ist häufig das Ergebnis, niemals das Ziel! 

Kennen Sie König Blauzahn? Nein? Der steckt in Ihrem Smartphone! Naja, nicht ganz, aber die kabellose Datenübertragungstechnik wurde nach ihm benannt. Das „kantige B“ ist ein Monogramm der Runen H und B für Harald Blauzahn.

Von Smartphones wusste er natürlich noch nichts. König Blauzahn klingt wie eine Fiktion aus der Zahnpasta-Werbung, er war aber tatsächlich ein König der Dänen und Norweger im frühen Mittelalter. Er hinterlässt uns den derzeit wohl größten Fund Ostdeutschlands. Im Januar 2018 fand man auf der Insel Rügen einen Silberschatz, der ihm zugeordnet wird. Der König hieß eigentlich Harald I. Gormsson. Woher der Beiname „Blauzahn“ kommt ist nicht ganz klar.

Es liegt auf der Hand, dass er vielleicht durch schlechte Zähne auffiel. Dies wäre allerdings kein Alleinstellungsmerkmal gewesen. Wir wissen, dass wohlhabende Königshäuser durch hohen Zuckerkonsum nicht gerade „königliche“ Zähne vorwiesen. Diese Herleitung wird allerdings bestritten. Die blaue Farbe bezieht sich wohl eher auf sein Schwert.

Zum Fund auf Rügen gehören aber auch englische und orientalische Münzen. Vorstellbar ist ein Bezug zu Zuckerrohr aus Persien. Ich denke König Blauzahn naschte heimlich am Zuckerrohr ohne seinem Sohn Sven Gabelbart (er hieß wirklich so) davon abzugeben. Das konnte nicht gut gehen. Bei der Flucht vor dem Sohn hatte er folglich ein Problem, das viele heute noch kennen: Wohin mit dem Geld/Silber, wenn man keinen Platz mehr hat?

Heutzutage gibt es eine Bank. War man vor Jahren noch auf der Suche nach der akzeptablen Rendite, ist man heute froh, wenn das Geldinstitut die Ersparnisse, die den Lebensabend sichern sollen, überhaupt wiederfindet!

Vergraben? Hier muss das Versteck nur von einem selbst und nicht von Fremden auffindbar sein. König Blauzahn hätte auch das ganze Zuckerrohr auf einmal aufessen können. Die wahrscheinlich auf Blauzahn zurückgehende „Vipeholm-Studie“ besagt nämlich, dass eine große Zucker-Mahlzeit weniger kariogen ist als viele kleine. Außerdem hätte der Blutzuckerspiegel wie bei Popeye zu einer Kraftexplosion geführt, mit der man den Schatz locker hätte transportieren können. Offensichtlich hat er sich anders entschieden. Die Münzen mussten also weg! Damals wie heute der gleiche Grundsatz: Besitz belastet! Burgen, Ländereien und Frauen müssen verteidigt und unterhalten werden. Den Sohn im Nacken hat er wohl hurtig den Schatz vergraben und nie wiedergefunden oder keine Gelegenheit mehr dazu gehabt.

Stellt sich die Frage, was am Ende übrig bleibt. Dänemark vereinigt, Burgen und Kirchen errichtet, König von Dänemark und Norwegen und vom eigenen Sohn in die Flucht geschlagen, nur weil er nicht bereit war, Süßigkeiten zu teilen.

Und dann noch schlechte Zähne!